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Zu warm für Netzwerkkabel?  
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Ärger mit Verkabelung im Neubau - Nur 10 Mbit bei Cat7 << Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen >> ISDN Telefon am Ip Anschluss  
Autor Nachricht
Stefano
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 04.03.2015
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: Do Mai 07, 2015 8:43 pm    Titel: Zu warm für Netzwerkkabel?

Hallo Forum,

ich habe als Netzwerkadmin mit mittleren Verkabelungserfahrungen ein Verkabelungsprojekt mit ca. 60 Netzwerkanschlüssen in der Planung. 30 Doppeldosen und pro Doppeldose zwei Stomsteckdosen im Kabelkanal. Die Handwerker, mit denen ich zu tun habe, legen einem permanent Steine in den Weg, indem sie, vor allem in Anwesenheit des Inhabers der zu verkabelnden kleinen Firma, mit wichtiger Mine die DIN-Normen und ihre Bedenken referieren. Das Thema der getrennt im Kabelkanal zu verlegenden Stromkabel habe ich vom Tisch, denn der Chef hat sich selbst kundig gemacht und bestätigt gefunden, was ich ihm schon zum Thema sagte: Ist alles wunderbar mit den Normen, aber dann musst du dir zwei Kabelkanäle untereinander an die Wand zimmern. Und genau deshalb wird das im SMB-Bereich so gut wie nie gemacht und ist auch kein Problem bei gut abgeschirmten Markenkabeln.

Jetzt kommt aber der Heizungsinstallateur. Er meint, mein Ansinnen, ein paar Heizkörper tiefer zu setzen, weil nicht genug Platz ist zwischen den überstehenden Fensterbänken und der Oberkante der Heizkörper, sei nicht realisierbar. Das seien "Konvektoren" und die würden die - im Winter eigentlich immer völlig überheizten - Räume dann nicht mehr ausreichend heizen. Und außerdem sei das nicht gut für die Kabel.

Ich habe mir zu Temperaturen, denen Kat-7- bzw. Kat-8-Kabel ausgesetzt sind, bislang noch keine Gedanken gemacht. Jetzt habe ich mal ein wenig gegoogelt und finde Angaben, wonach diese Kabel üblicherweise für Temperaturen bis zu 70 Grad geeignet sind. Insofern sollte das doch eigentlich kein Problem sein, oder?

Hat diesbezüglich schon irgendwer Erfahrungen?

Schon mal danke für's Lesen bis hierhin icon_smile.gif und beste Grüße,
Stefano
Joe
Mainframeeinrichter


Anmeldungsdatum: 02.01.2006
Beiträge: 1803
Wohnort: Rinteln

BeitragVerfasst am: Fr Mai 08, 2015 9:24 am    Titel:

Hi,

die normale Vorlauftemperatur einer Heizung sollte die 70°C nicht überschreiten. Da du dein Kabel aber wohl kaum auf die Heizung legen wirst, ist das ganze dann schon etwas kühler und sollte kein Problem darstellen.

Trotzdem muss ich sagen, dass der Heizungsbauer nicht ganz unrecht hat. Ein moderner Flachradiator muss unten Luft ansaugen und oben ausblasen können. Wenn der Heizkörper zu tief sitzt, kann es dazu kommen, dass diese Funktion zumindest nicht perfekt gegeben ist und dadurch kostbare Heizenergie verschwendet wird.

Lieben Gruß
Joe
_________________
Erwarte nicht das jemand mehr Arbeit in des Beantworten einer Frage investiert, als du für das Ausdenken und Formulieren der Frage verwendet hast...
jela
Kabeltester


Anmeldungsdatum: 29.06.2009
Beiträge: 316

BeitragVerfasst am: Fr Mai 08, 2015 9:48 am    Titel: Re: Zu warm für Netzwerkkabel?

Stefano hat folgendes geschrieben::
Das Thema der getrennt im Kabelkanal zu verlegenden Stromkabel habe ich vom Tisch, denn der Chef hat sich selbst kundig gemacht und bestätigt gefunden, was ich ihm schon zum Thema sagte: Ist alles wunderbar mit den Normen, aber dann musst du dir zwei Kabelkanäle untereinander an die Wand zimmern. Und genau deshalb wird das im SMB-Bereich so gut wie nie gemacht und ist auch kein Problem bei gut abgeschirmten Markenkabeln.

Zu diesem Thema verweise ich einfach mal auf einen Vortrag von Draka bei einem LANline Event: http://www.lanline.de/sites/default/files/04_TV_Fehr.pdf
Ich möchte nur noch auf einen zusätzlichen Aspekt hinweisen: Wenn ein Auftraggeber den Auftragnehmer anweist, technische Normen bei der Installation einer IT-Verkabelung zu übergehen, dann wird er bei Gewährleistungsansprüchen schlechte Karten haben.

Zitat:
Jetzt kommt aber der Heizungsinstallateur. Er meint, mein Ansinnen, ein paar Heizkörper tiefer zu setzen, weil nicht genug Platz ist zwischen den überstehenden Fensterbänken und der Oberkante der Heizkörper, sei nicht realisierbar. Das seien "Konvektoren" und die würden die - im Winter eigentlich immer völlig überheizten - Räume dann nicht mehr ausreichend heizen.

Elektroinstallationen in Geräteeinbaukanälen (Brüstungskanäle) in Bürogebäuden und die Heizkörperinstallation, kommen sich immer wieder in die Quere. Geräteeinbaukanäle verlaufen in Bürogebäuden häufig an der Außenwand entlang durch mehrere Räume und auch die Heizkörper werden oft an der Außenwand (in Fensternischen) platziert. Da Heizkörper im Wesentlichen nach dem Wirkprinzip der Luftumwälzung funktionieren, müssen natürlich die baulichen Umgebungsbedingungen dafür gegeben sein. Daher muss die Planung und Ausführung der beiden Gewerke an etwaigen Überschneidungspunkten aufeinander abgestimmt sein. Dafür gibt es fallabhängig verschiedene Lösungsansätze. Auf Seiten der Elektroinstallation gibt es z. B. von den Herstellern von Kabelführungssystemen entsprechende Wandkonsolen mit Verkleidungen die Lüftungsprofile enthalten, damit die Luftzirkulation gewährleistet wird.


jela
rezzla
Kabeltester


Anmeldungsdatum: 05.01.2015
Beiträge: 329

BeitragVerfasst am: Do Mai 14, 2015 8:52 pm    Titel: Re: Zu warm für Netzwerkkabel?

Stefano hat folgendes geschrieben::
Ist alles wunderbar mit den Normen, aber dann musst du dir zwei Kabelkanäle untereinander an die Wand zimmern.

Ich kenn das bisher mit 1 Kabelkanal, der getrennte Wege hat.
pirax
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 08.10.2014
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: Sa Mai 23, 2015 9:54 pm    Titel: Re: Zu warm für Netzwerkkabel?

rezzla hat folgendes geschrieben::
Stefano hat folgendes geschrieben::
Ist alles wunderbar mit den Normen, aber dann musst du dir zwei Kabelkanäle untereinander an die Wand zimmern.

Ich kenn das bisher mit 1 Kabelkanal, der getrennte Wege hat.


Richtig. Einfach einen ausreichend dimensionierten Kanal mit Trennsteg
Stefano
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 04.03.2015
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: So Mai 31, 2015 8:33 pm    Titel:

Joe hat folgendes geschrieben::
Trotzdem muss ich sagen, dass der Heizungsbauer nicht ganz unrecht hat. Ein moderner Flachradiator muss unten Luft ansaugen und oben ausblasen können. Wenn der Heizkörper zu tief sitzt, kann es dazu kommen, dass diese Funktion zumindest nicht perfekt gegeben ist und dadurch kostbare Heizenergie verschwendet wird.


Hi Joe,

danke für deinen Input und sorry für den Antwort-Delay. Du hast natürlich im Prinzip völlig Recht. In meinem Fall ist das so, dass die Heizkörper jetzt einen Abstand von ca. 20 cm vom Boden haben und nach Umsetzung noch einen Abstand von ca. 13 cm. Über dem Heizkörper befindet sich dann der Brüstungskanal, der aber den Heizkörper nicht in der gesamten Tiefe überdeckt - also quasi wie ein Deckel draufsitzt -, sondern nur bis etwa zur Hälfte in diesen hineinragt, sodass die erwärmte Luft am Kabelkanal vorbeistreicht. Warme Luft bewegt sich ja und staut sich nicht einfach - ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auf diese Weise eine nennenswerte Wirkbeeinträchtigung entsteht.

Viele Grüße,
Stefano
Stefano
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 04.03.2015
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: So Mai 31, 2015 9:20 pm    Titel: Re: Zu warm für Netzwerkkabel?

jela hat folgendes geschrieben::
Zu diesem Thema verweise ich einfach mal auf einen Vortrag von Draka bei einem LANline Event

Hallo Jela,

besten Dank für deinen Beitrag. Ich habe mir die Zusammenfassung deines Vortrags angeschaut, aber das übersteigt bei weitem meine Kenntnisse. Ich glaube dennoch, dem Beitrag ein paar für mich wichtige Faktoren entnehmen zu können: Bei Trennklasse D muss der Abstand zwischen Strom- und Datenkabeln 10mm betragen und je höher die Kabelklasse, desto besser ist das Kabel gegen Störungen abgeschirmt.

Der Abstand wird im 130er Kanal über schätzungsweise 99 Prozent des Kabelverlaufs 50mm und mehr betragen. Allenfalls an den Einbaudosen könnte der Abstand punktuell möglicherweise mal weniger als 10mm betragen. Außerdem könnte beim Zusammentreffen der ca. 60 Verlegekabel auf den letzten Metern kurz vor dem Patchfeld (an dieser Stelle 170er-Kanal) der Abstand ebenfalls für ein paar Meter nur rund 10mm betragen. Vielleicht hilft es ja, das Stromkabel zumindest für die letzten Meter innerhalb des Brüstungskanals in ein separates, flexibles Rohr von 50mm Durchmesser zu verfrachten, was den Abstand zu den Datenkabeln weitestgehend garantieren sollte.

Und was die Trennklasse angeht: Ich plane, ein Verlegekabel wie Leoni MegaLine G12-150 S/F oder Draka Silverline CAT.7 einzusetzen, also Kabel, die bis 1200 Mhz ausgelegt sind und damit höchsten Abschirmungsansprüchen genügen sollten.

jela hat folgendes geschrieben::
Wenn ein Auftraggeber den Auftragnehmer anweist, technische Normen bei der Installation einer IT-Verkabelung zu übergehen, dann wird er bei Gewährleistungsansprüchen schlechte Karten haben.

Keine Frage, dass das allen Beteiligten klar sein muss. Ich muss dem Auftraggeber das Kosten-Nutzenverhältnis transparent machen. Wenn er hundertprozentige Normeinhaltung haben will, muss er mit hohen Umbau- und Installationskosten rechnen. Ohne solche Maßnahmen müssen Abweichungen von den Normen hingenommen werden, sofern diese nach allergrößter Wahrscheinlichkeit und nach der Erfahrung keinerlei Qualitätseinbußen mit sich bringen.

Viele Grüße,
Stefano
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