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Strukturierte Verkabelung von Netzwerk und Telefon  
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tux486
Universalmuffe


Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beiträge: 1502
Wohnort: RTK | Hessen

BeitragVerfasst am: Mi Mai 03, 2006 7:48 am    Titel: Strukturierte Verkabelung von Netzwerk und Telefon

Grüß Gott!

Weil immer wieder Fragen zu dem wie und wo einer vernünftigen Verkabelung für Netzwerk und Telefon gestellt werden, habe ich einmal die meines Erachtens wichtigsten Aspekte stichpunktartig aufgelistet.

Zuerst: Die einschlägigen Normen, Vorschriften und Richtlinien sind zu beachten (z.B. VDE)!
Laien, Heimwerker und Selbermacher: Finger weg von netzspannungsführenden Bauteilen (z.B. 230 V und mehr, eigentlich 48 V und mehr)!



* Grundsätzlich einen zentralen Punkt zur strukturierten Netzwerk-Verkabelung auswählen.
* Grundsätzlich auf eine strikte Trennung von netzspannungsführenden Bauteilen (z.B. 230 V und mehr) und niederspannungsführenden Bauteilen (z.B. Netzwerk und Telefon) achten, auch bei der Gruppierung von Unterputzdosen (z.B. mit Hilfe von Abdeckrahmen aus den Lieferprogrammen der jeweiligen Hersteller).
* Nur in absolut zwingend notwendigen Ausnahmefällen strukturierte Netzwerk-Verkabelung in Unterverteilungen für netzspannungsführende Anlagen integieren (z.B. für Steuerungszwecke).
* Grundsätzlich Leerrohr größeren Durchmessers verwenden und in großzügigen Biegeradien verlegen, sonst ist ein Durchziehen von zwei Kabeln oder einem Duplexkabel aussichtslos.
* Grundsätzlich jede (Unterputz-) Dose mit einem eigenen Leerrohr zu einer zentralen Stelle (z.B. etagenweiser Sammelpunkt, der mit anderen etagenweisen Sammelpunkten verbunden ist und zu einem zentralen Punkt geführt werden kann) führen.
* Grundsätzlich Wege für Leerrohre möglichst kurz halten, dennoch großzügige Biegeraden beachten.
* Nicht kreuz und quer in den Wänden herumverkabeln, "rechtwinklige" Verlegung (orthogonal zu Wänden und Decken / Fußboden) anstreben.
* Verlegung möglichst bündeln
* Grundsätzlich großzügigen Abstand zu netzspannungsführenden Leitungen einhalten, um z.B. eine elektromagnetische Einstrahlung möglichst zu vermeiden, auch wenn die Verlegekabel mit einer bestmöglichen Abschirmung gewählt werden.
* Dokumentation gleich mit anfertigen: Verlegung in Bauplan kennzeichnen, eventuell fotografieren (Bezugspunkt mit fotografieren, z.B. Gliedermaßstab mit großer, gut erkennbarer Beschriftung). Sinnvollerweise gleich einen Zettel mit einer großen, gut erkennbaren eindeutigen Nummer / Beschriftung mit fotografieren und in einer Dokumentation / Lageplan vermerken.
* Um Kosten zu sparen, eventuell nur die Leerrohre mit Kabeln bestücken, die aktuell benötigt werden. Später in Ausbaustufen benötigte Anschlüsse können so mit den dann benötigten Kabeln versehen werden. Es ist möglich, daß dabei dann "höherwertige" Kabel zum Einsatz kommen, allerdings muß der zentrale Punkt (Patchfeld) für diese "Höherwertigkeit" geeignet sein. Eventuell hierfür separates, höherwertiges Patchfeld neben dem bisherigen Patchfeld einsetzen.
* Grundsätzlich für alle Anschlüsse (Telefon und Netzwerk) die gleichen Kabel verwenden. Netzwerk stellt höhere Anforderungen an die Güte der Kabel (Kategorie), weswegen diese höhere Kabelkategorie verwendet werden muß, damit störungsfreier Netzwerkbetrieb möglich ist. Telefon ist mit geringeren Kabelgüten möglich, eine höhere Kabelgüte schadet aber nicht.
* Für Netzwerke mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mehr als 100 Mbit/s sollte grundsätzlich Glasfaserkabel verwendet werden, auch wenn in der Werbung von Gigabit und mehr über Kupfer geschwärmt wird.
* Grundsätzlich an einem zentralen Punkt (z.B. ein 19 Zoll Schrank im Keller) alle Verlege-Kabel (z.B. Cat5e oder Cat6) zusammenführen und auf ein Patchfeld auflegen.
* Grundsätzlich keine Patchkabel für feste Verlegung verwenden, nur Verlegekabel.
* Bei wenigen Anschlüssen / Ports können auch alternativ mehrere Netzwerkdosen nebeneinander anstelle eines Patchfeldes angebracht werden. Grundsätzlich ist aber ein Patchfeld vorzuziehen. Ab einer entsprechenden Anzahl an Dosen ist ein Patchfeld auch in der Anschaffung kostengünstiger.
* Grundsätzlich darauf achten, alle acht Adern je Kabel auf je einen Port des Patchfelds gemäß Belegungsplan aufzulegen und keinen Murks zu begehen, indem irgendwelche Adern für sonstige Zwecke "mißbraucht" werden.
* Grundsätzlich beim Auflegen der einzelnen Adern die jeweiligen Aderpaare so weit es geht zusammen verdrillt lassen.
* Die Schirmung des Verlegekabels am Patchfeld auflegen.
* Am Patchfeld entscheiden, welche Ports für Netzwerk genutzt werden und diese mit möglichst kurzen Patchkabeln auf einen Switch "patchen" (anschließen).
* Am Patchfeld entscheiden, welche Ports für ISDN-Telefon genutzt werden und diese mit möglichst kurzen Patchkabeln auf einen ISDN-Verteiler "patchen" (anschließen), der wiederum an die Telefonanlage angeschlossen wird (je nach Anschlußmöglichkeiten der Telefonanlage). Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, daß ISDN busförmig ("durchgeschleift") verkabelt und an den beiden Enden abgeschlossen (terminiert) wird. Die genannten ISDN-Verteiler stellen grundsätzlich einen Verstoß gegen diese Regel dar!
* Am Patchfeld entscheiden, welche Ports für Analog-Telefon genutzt werden und diese mit speziellen Adapter-Patchkabeln an jeweils einen analogen Ausgang der Telefonanlage anschließen (TAE) oder anklemmen (Schraubklemmen).
* Grundsätzlich auf "saubere" Kabelführung im Schrank achten ("Rangieren"). Eventuell Rangierbügel oder leicht wieder lösbares Klettband verwenden.
* Zur besseren Unterscheidbarkeit am zentralen Punkt (Patchfeld) für ISDN-Anschlüsse Patchkabel anderer Farbe verwenden (z.B. gelb).


Alternativ zu der zentralen Stelle kann eine etagenweise Zentralisierung ins Auge gefaßt werden. Hierbei ist zu beachten, daß Anschlüsse für analoges Telefon aber grundsätzlich an einen zentralen Punkt zu führen sind, an welchem die Telefonanlage installiert ist (sternförmige Verkabelung). ISDN-Telefon sollte grundsätzlich als "durchgeschleifter" Bus verkabelt sein (Busverkabelung). Weil die strukturierte Verkabelung zu (etagen-) zentralen Punkten eine Busverkabelung nur eingeschränkt zuläßt und mit den ISDN Verteilern nur "simuliert" wird, ist eine "Verlängerung" nach diesen ISDN-Verteilern zu einem zentralen Punkt (Standort der ISDN-Telefonanlage) nicht immer von Erfolg gekrönt, weil jeder ISDN-Bus am Anfang und am Ende mit einem 100 Ohm Abschlußwiderstand abgeschlossen (terminiert) sein soll. Abweichungen davon können, müssen aber nicht funktionieren. Die genannten ISDN-Verteiler stellen grundsätzlich einen Verstoß gegen diese Regel dar! Nur die wenigsten ISDN-Telefonanlagen bieten aber genügend Anschlüsse, um jedes Endgerät direkt anschließen zu können, weshalb diese ISDN-Verteiler notwendig werden.
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