ich habe ein paar Fragen bezüglich Wellenlängen bei Single- und Multimodemessungen.
Um die Funktion bzw. die Qualität unseres LWL Netzwerks besser zu beurteilen zu können, haben wir uns zum Kauf eines Liverage Fiber Meter mit Light Source (1310nm FP LD) entschieden.
Laut Hersteller ist es möglich, mit dem Fiber Meter Single und Multimode zu messen. Ich kann aber nur 1310, 1490 und 1550nm einstellen.
Ebenso sendet die Light Source nur um die 1310nm.
Kann ich mit diesem Gerät auch Multimode Verbindungen messen?
Eine Fachfirma hat mir erklärt, dass Multimode normalerweise zwischen 850 und 1300mn liegt. Ist das korrekt?
Es tut mir leid, dass ich so Newbie Fragen stelle, habe aber über dieses Thema relativ wenig im Forum gefunden, jedenfalls bin ich nicht schlau daraus geworden.
vielen Dank vorab schon mal für eure Hilfe:D
vG
Peter
NurSoMal Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 08.02.2006 Beiträge: 165
Verfasst am: Di Sep 20, 2011 3:10 pm Titel:
Hallo
Dein Liverage Fiber Meter ist ein Messgerät für die optische Leistung !
Du misst die empfangene Leistung in dBm oder mikro-Watt, welche Du aus Deinem Switch sendest.
Bei Deinen Wellenlängen 1310, 1490, 1550nm ist das Gerät für Singlemode-Interface ausgelegt, und nur für Singlemode.
Bei unsern LWL-Installationen messen wir die optische Dämpfung !
Nach international definierten Normen, welche für alle Beteiligten verbindlich sind.
Grüsse und viel Glück mit tieferen Einblicken in LWL-Technologie (nicht ganz trivial).
FIBEROPTIC-SOLUTION Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 19.09.2006 Beiträge: 8 Wohnort: zwischen Frankfurt und Aschaffenburg
Verfasst am: Do Sep 22, 2011 11:24 am Titel:
Hallo rasschwinge,
es gibt zwei Optionen Glasfaser-Strecken zu testen. Generell sollte man immer zwei Wellenlängen (LAN-Bereich - MM: 850 / 1.300nm und SM: 1.310 / 1.550nm) messen.
1. Dämpfungs-Messung - Hierzu verwendet man einen Sender / Lichtquelle (Lightsource) und einen Empfänger (Powermeter), beide Geräte müssen die gewünschten Wellenlängen senden, bzw. empfangen können, damit man die entsprechende Messung durchführen kann. Bei einer Dämpfungsmessung bekommt man einen reinen Dämpfungswert der Strecke von A nach B. Wenn man vorher einen Bugdet-Berechnung (reine Faser-Dämpfung je km der Faser + Spleiße + Steckverbindungen, jeweils bei der entsprechenden Wellenlänge) macht kann man hiermit bestimmen ob die Dämpfung der Strecke in Ordung ist, oder nicht. Man erhält aber keine Orts-Informationen, oder Informationen zur Rückflussdämpfung / Reflektivität von Steckverbindungen. Wenn der Wert der Dämpfung nicht der Budget-Berechnung enspricht, weiss man das etwas nicht stimmt, aber man weiss nicht wo der Fehler (schlechte Spleiße, beschädigte Stecker, Biegeradien unterschritten, etc.) liegt.
2. OTDR Messung - Hier muss ebenfalls das OTDR-Modul über die entsprechenden Wellenlängen verfügen. Bei einer OTDR-Messung erhält man (wenn man diese auch Auswerten kann!) viel mehr Informationen über die Strecke (Gesamt-Länge, Gesamt-Dämpfung, Dämpfung und Rückflußdämpfung / Reflektivität von Steckverbindungen, Dämpfung der Spleißverbindungen, Installationsfehler bei der Kabelverlegenung, etc.).
Typische Wellenlängen bei MM: 850nm / 1.300nm, SM: 1.310nm / 1.550nm, weiter gibt es noch "Sonder-Wellenlängen" im SM-Bereich: 1.383, 1.490, 1.530 und 1.625nm, diese sind aber i. d. R. für den Carrier-Bereich (z. B. Telekom) interessant.
Wer hat denn euer Glasfaser-Netz installiert? Normal wird nach der Installation vom Installateur eine Abnahmemessung erstellt und dem Kunden übergeben. Am einfachsten ist es diese Messungen von einem Installateur durchführen zu lassen, dieser kann die Messungen und Strecken dann auch auswerten.
Die meisten Fehler entstehen übrigends durch Verschmutzungen der Stecker (Staubschutzkappen werden nicht verwendet, Stecker-Stirnflächen werden verkratzt oder beschädigt).
Ich hoffe, dass ich etwas helfen konnte. Sollten noch Fragen offen sein -> einfach fragen.
erst einmal danke für die schnellen und informativen Antworten
Meines Wissens nach wurden die Single Mode Leitungen von der Telekom (bzw. deren Sub Unternehmer) gezogen und gespleißt.
Die Multi Mode Verbindungen wurden von einer österreichischen Firma verlegt.
Leider wurden damals keine Abnahme-/Meßprotokolle gefordert, bzw. sind mir noch keine untergekommen
Mit unserem Fiber Meter wollten wir einen grundlegenden Funktionstest einzelner Verbindungen durchführen.
So war unser Plan, eine Leistung z.B. - 2dBm entspricht meiner Liste nach 631 µW von einer Quelle in unserer Light Source aus mit 1310 nm zu senden und auf 1310 mit dem Fiber Meter zu empfangen.
Nach ein paar Patchfeldern und ca. 200m Leitung kommen am Ende z.B. -9 dBm an, was ca. 125 µW entsprechen würde.
Der Vorteil dieser Methode wäre, dass ich mit wenig Aufwand den "Verlust" einer Strecke feststellen könnte.
Für weiterreichende Arbeiten und Fehlersuche könnten wir dann eine externe Firma verständigen.
Ist das durchführbar oder nur das Hirngespinnst eines Hardwerkers?
FIBEROPTIC-SOLUTION Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 19.09.2006 Beiträge: 8 Wohnort: zwischen Frankfurt und Aschaffenburg
Verfasst am: Di Sep 27, 2011 11:34 am Titel:
Hallo,
naja durchführbar ist vieles, ob es sinnvoll ist, wäre wohl die bessere Frage. Der reine Dämpfungswert ist zwar schon mal etwas, aber genauso wichitig sind die Reflektionen, bzw. die Rückflußdämpfung der Steckverbindungen.
Sind diese Strecken in Betrieb? Laufen die Strecke problemlos? Über wie viele Strecken reden wir überhaupt?
Am einfachsten ist es einen Installteur mit den Messungen (OTDR-Messungen) und ggf. visuelle Kontrolle per Video-Mikroskop der Stecker-Endflächen zu beauftragen, dann habt ihr eine vernüftige Dokumentation inkl. der einzelnen Ereignisse (Steckverbindungen, Spleiße und reine Strecke inkl. der jeweiligen Werte der Dämpfungen und Reflektionen).
Die Kosten für die Messungen sind nicht so hoch, ein entsprechend ausgebildeter Dienstleister rechnet per Messung, oder auf Stunden-Basis ab.
ich sage mal, wir haben so um die 50 Technikräume, in denen LWL Patchfelder verbaut sind, und viele davon sind untereinander verbunden.
Die Strecken, die in Betrieb sind machen weniger Probleme, problematisch wird es, wenn wir eine neue Verbindung brauchen. Richtig dramatisch ist dann ein Versuchsaufbau, bei dem man nicht hundert Prozentig weiß, dass das System überhaupt funktioniert (mit mehreren Convertern verschiedenster Signale)! Wenn ich dann überhaupt keine Aussage über die allgemeine Funktion der Strecke machen kann, ist das eher negativ
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