Verfasst am: Mo Okt 24, 2011 7:20 pm Titel: LWL, Medienconverter, dLAN und W-LAN
Hallo zusammen,
ich plane zwei Wohnheime (50m auseinander) über LWL miteinander zu verbinden. Darüber habe ich mich hier um Forum und auf der Seite ausführlich belesen. Vielen Dank für die Informationen!
Jetzt eine Frage:
In dem dazuzuschließenden Wohnheim, zukünftig ohne eigenen Internetanschluss, soll das LWL-Kabel im Keller ankommen, soll dann per Medienkonverter auf Kupfer umgewandelt werden, über dLAN im Haus verteilt werden und im Obergeschoss per W-LAN-Router einen Internetzugang bieten.
Hat damit jemand Erfahrung? Vor allem mit dem Übergang von LWL auf Kupfer bzw. dLAN? Sind das ein bisschen viele unterschiedliche Techniken?
Es soll nicht nur Internet, sondern auch VOIP-Telefonie darüber laufen.
Bisher laufen 80 Mbit/s-dLAN-Adapter erstaunlich erfolgreich im Wohnheim und auch im Keller zeigt sich die volle Verbindungsqualität, ich werde aber dafür auf die moderneren 500 Mbit/s-Adapter umsteigen.
Noch zwei Fragen zur LWL-Verkabelung:
Was ist für die Verlegung in einem Leerrohr besser geeignet? Aussenkabel oder Universalkabel?
Kostet das Konfektionieren tatsächlich 115,90 Euro oder ist da das Kabel mit drin? Allerdings fehlt dann eine m-Angabe...
http://www.netzwerkprodukte.glasfaserinfo.de/shop/product_info.php/products_id/930
Zusätzlich kam mir jetzt die Idee, wenn ich schon einen Internetanschluss spare, ob ich nicht auch einen Fernsehanschluss sparen kann - die vorherigen beiden Internetanschlüsse wurden über KabelBW realisiert, einer davon soll erhalten bleiben.
Ist das möglich?
Theoretisch habe ich bei Wikipedia gefunden, dass auch hier ein Übergang von Kupfer auf LWL möglich sein müsste, aber wie ist das mit mehreren Diensten (vermutlich dann ja auch Frequenzen) über das Kabel? Fernsehen (HD, digital und analog) Internet und Telefon (VOIP)?
meisterdausi Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 03.03.2007 Beiträge: 172
Verfasst am: Do Okt 27, 2011 10:42 am Titel:
Hi,
Kabuflex ist in Ordnung mache ich normalerweise auch so.
Für mich privat würde ich sogar KG-Rohr nehmen, das ist msitens noch Billiger, da wird aber das einziehen um Ecken etwas schwieriger, wenn man nicht die Richtige Einziehhilfe hat
Da ist das Kabuflexrohr deutlich besser.
Ich würde für alle Verlegungen im Erdreich (ganz egal ob direkt in Erde verlegt oder im Schutzrohr) Außenkabel verwenden:
Es bildet sich nämlich Kondensat im Schutzrohr, dadurch wird der mantel des Universalkabels teilweise angegriffen und das Wasser geht mit der Zeit durch den Mantel nach innen, und es könnte das Kabel beschädigen.
Bei Außenkabeln sind die Mäntel dicker und robuster, so dass ein Ausfall sehr Unwahrscheinlich wird (es sei denn Der Baggerfahrer ist schneller )
Ich persönlich bin von dLAN nicht begeistert: Das Datensignal wird per Hochfrequenz über das Stromsignal überlagert. Dadurch bekommt man in der Nähe viele Radiostörungen. Devolo hält da auch die vorgeschriebenen Grenzwerte der Entstörung nicht ein, weshalb die Geräte auch häufig von der bundesnetzagentur außer Betrieb genommen werden.
Je schneller die Verbindung ist, die die dLAN-Adapter anbieten, desto breiter ist das Übertragungsspektrum und desto breiter sind auch die Störungen die Auftreten.
Besser wäre es meiner Meinung nach ein Kabel in die einzelnen Geschosse zu verlegen und ein Flächendeckendes WLAN-Netz aufzubauen.
Gerade auch, weil immer Energiesparendere Geräte mit Frequenzumformenden Motoren Arbeiten, die Ihrerseits auch wieder Störungen im Stromnetz verursachen, die dann die dLAN-Adapter zum Aussteigen bewegen
Wenn du auch noch den Datenhungrigen Fernsehdienst über die kabel laufen lassen willst, denke ich dass es ein Bandbreitenproblem geben wird. Da würde ich dir Raten, Probiers erst mal im Trockenen aus!
Also, wenn die Leitung liegt, einfach in mehreren Räumen das fernsehsignal testen, und wenns läuft dann erst den zweiten Anschluss abmelden!
Bei VoIP-Telefonie und Wohnheim wird mir persönlcih Schwarz vor Augen, ich habe vor einiger Zeit Telefonanlagen und Rufsysteme eingebaut und sehe gerade bei Wohnheimen mit Pflegebetreuung bei VoIP schwarz.
Wenn dort ein Notruf über ein Rufsystem abgesetzt wird und er durch das VoIP-System nicht nach einer gewissen Zeit vermittelt wird geht es in Vielen Fällen um Leben und Tod. Wir hatten damals keine Kompromisse gemacht...
Vielleicht verstehe ich Wohnheim auch falsch, und es ist das Studenten-Wohnheim gemeint, dann kann mans auch mal mit VoIP versuchen.
Aber dann sollte man keine Medienkonverter an das LWL-Kabel anschließen, sondern einen ordentlichen Managebaren Switch, der QoS (Quality - of - Service) Unterstützt und sollte das auch richtig einrichten.
Den Diensten VoIP und Fernsehen kann man dann unabhängig voneinander verschiedene Prioritäten vergeben um den Datenstrom konstant zu halten. Somit fällt auch bei einer hohen Belastung des Netzwerks keiner der beiden Wichtigen Dienste aus.
So, viel Geschrieben..
Meld dich einfach mal wieder, wenn ich da was falsch verstanden habe
viele Grüße,
meisterdausi
admin Regenerator
Anmeldungsdatum: 01.01.2001 Beiträge: 2425 Wohnort: St. Ingbert
Verfasst am: Do Okt 27, 2011 1:26 pm Titel: Re: LWL, Medienconverter, dLAN und W-LAN
Hallo zusammen,
JoJo-Action hat folgendes geschrieben::
Noch zwei Fragen zur LWL-Verkabelung:
Was ist für die Verlegung in einem Leerrohr besser geeignet? Aussenkabel oder Universalkabel?
Kostet das Konfektionieren tatsächlich 115,90 Euro oder ist da das Kabel mit drin? Allerdings fehlt dann eine m-Angabe...
http://www.netzwerkprodukte.glasfaserinfo.de/shop/product_info.php/products_id/930
Dankeschön für die Antworten.
Dann werde ich Aussenkabel nehmen, wobei das Kabel eben zum Teil auch noch in den Wohnheimen verlegt wird, aber dann ist es eben nicht halogenfrei. Sind aber auch kein Fluchtwege, in denen das Kabel verlegt wird.
dLAN sehe ich auch nur als Zwischenlösung. Auf Dauer möchte ich auch überall Kabel verlegen, aber es geht nicht alles auf einmal aus Kostengründen. In dem Wohnheim1 sind schon in jedem Zimmer Kabel, in dem Wohnheim2 noch nicht.
Im Wohnheim1 ist ein managebarer Switch, im Wohnheim2 würde ich den dann dort einrichten, wenn auch Kabel verlegt werden und das dLAN überflüssig wird. Dann wäre auch Trunking zwischen den Häusern, etc., möglich. Bis dahin muss der Medienconverter mit dLAN und eine Leitung reichen.
Die Notrufe gehen schon jetzt über das KabelBW-"Festnetz" raus, damit auch Röchelnotrufe lokalisiert werden können, aber es bleibt natürlich das Problem, falls intern die VOIP-Telefonie zusammenbricht.
Es handelt sich aber in der Tat um das bzw. die Studentenwohnheime. Ggf. nehmen wir einen entsprechenden Passus in den Mietvertrag auf, dass die Zuverlässigkeit nicht gewährleistet wird.
Das mit dem Fernsehen habe ich vielleicht falsch ausgedrückt:
Ich wollte nicht über das Netzwerk (incl. dLAN) das Fernsehsignal streamen, sondern den Kabelanschluss über Glasfaser in das andere Wohnheim legen und dort dann wieder auf Kupferkabel über einen Converter umwandeln. Also über eine bzw. zwei eigene Glasfaserfasern. Das dürfte doch dann kein Bandbreitenproblem geben, oder?
Aber ich finde keine geeigneten Geräte.
Fernsehen über separate Faser: Kein Problem Dann hab ich das wirklich falsch verstanden
Hauseinführung macht man wirklich mit den Halbschalen, die du im 2.Link gezeigt hast.
Die gibts auch beim Sanitärgroßhandel zum Beispiel, und die die man bekommt sind dann auch für den Nachträglichen Einbau gedacht.
Die Gelbe Fläche die man sieht ist aus Gummi und mittels der Schrauben drückt man das Gummi zusammen, und alles wird Dicht. Teilweise werden die Geräte sogar Druckwasserdicht angeboten, das ist Wichtig, wenn man die Einführungen unter einer Gewissen Tiefe in der Erde macht. Es könnte ja passieren dass das Grundwasser Drückt, und mit der Zeit sich Wasser nach Innen drückt.
Alternativ (aber nicht ganz günstig: www.roxtec.com) Die Setze ich immer bei Funktionserhalt-Sachen ein, wenn Bereiche in Rechenzentren wiederverschließbar sein müssen.
Man kann in den Kasten erst mal nur Blindelemente einsetzen und dann je nach Belegung von unten nach oben belegen, und wiederverschließen. Die Teile gewährleisten auch über F90 einen funktionserhalt.
Deswegen setz das Zeug auch die telekom oder Vodafone bei ihren Mobiltelefonhäuschen ein.
Zu der TV-Problematik hätte ich zwei Sachen:
http://www.daetwyler-cables.com/cms/index.php?SiteID=10230
Das hatten wir in der Firma als Anschauungsobjekt, als wir noch viel mit Dätwyler gemacht haben, hat sich leider nicht Durchgesetzt. Ich kan mir vorstellen, dass es damit läuft.
Was wir noch Installiert haben, war von Kathrein (gerade als Fußball-WM war) Aber da hab ich nichts mehr im Kopf davon....
Vielleicht mal bei Kathrein anfragen...
Sind sicher zwei Lösungen, die nicht ganz günstig sind...
Aber: Es gibt noch eine günstigere Alternative: Eine SAT-Anlage.
Es gibt Optische LNB´s sowie Multischalter, die mittels LWL verbunden werden. (Das ist aber alles Singlemode)
(www.globalinvacom.com)
Die sind auch in DE erhältlich, und sind nicht so teuer, wie man denken mag...
Aber ich werd mal schauen, ob ich da noch was finde...
Viele Grüße,
meisterdausi
meisterdausi Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 03.03.2007 Beiträge: 172
Verfasst am: Fr Okt 28, 2011 9:42 am Titel:
Jetzt hab ich doch noch was gefunden, das Schlagwort für das TV-LWL Problem ist HFC... Hybrid Fiber Coax
Und es gibt noch nen Deustchen Hersteller:
www.triax.de
Die haben Optische Sender und Optische Empfänger im Angebot, gehen aber auch über Singlemode.
Da bräuchte man dann LWL-LWL-Konverter oder Mode-Conditioning-Patchkabel...
Preise kenne ich nicht, das ist nur das was ich auf Anhieb gefunden habe
Viele Grüße,
meisterdausi
JoJo-Action Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 18.10.2011 Beiträge: 38
Verfasst am: Sa Okt 29, 2011 3:29 pm Titel:
Oh je. Das ist doch etwas teuer für 16,99 Euro Grundgebühr pro Monat, befürchte ich, die man sparen könnte.
Wie macht man denn dann genau die Gebäudedurchführung? Muss ich dann noch Bauschaum benutzen, wenn ich die Halbschalen benutze? Muss man bei der Dämmung, also den verschiedenen Schichten der Wand, etwas beachten? Baue ich die Halbschale möglichst weit nach außen, damit erst gar nichts nach innen kommt?
meisterdausi Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 03.03.2007 Beiträge: 172
Verfasst am: Sa Okt 29, 2011 4:17 pm Titel:
Hi,
mit der Hauseinführung ists ganz einfach, man setzt (je nach Hauswanddicke eine nach Außen (soweit wie moglich nach Außen) und eine nach Innen (ebenfalls so weit wie möglich) nach Innen.
Bauschaum brauchst du gar keinen, weil der mehr Wasser anzieht als er weghält. Da wäre eher Brunnenschaum die Alernative. Aber wenn du di eLöcher direkt mit den Einführungen Abdichtest brauchst du gar nichts.
Die Durchführungen halten von sich aus schon Dicht, und das besser als Schaum . Außerdem kann man die Halbschalen wieder öffnen, wenn Leitungen Nachgezogen werden den Schaum eher nicht
Viele Grüße,
meisterdausi
JoJo-Action Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 18.10.2011 Beiträge: 38
Verfasst am: So Apr 08, 2012 3:11 pm Titel:
Manches dauert länger...
Ich habe erst jetzt wieder Zeit mich mit diesem Projekt zu beschäftigen.
Eine Hauseinführung in Wohnheim2 (s.u.) und die Rohrverlegung für die halbe Strecke ist bereits gemacht worden, weil der Boden sowieso ausgemacht wurde - nicht nur ich bin in dem Verein aktiv...
Ich weiß nicht mit was für einem Rohr, aber es ist kein HT-Rohr und kein KG-Rohr, weil es ist schwarz und sieht etwas anders aus als die Google-Bildersuche hergibt.
Aber da man bei Außenkabel ja auch ganz ohne Rohr verlegen könnte, ist das vermutlich ja egal. Die zweite Hauseinführung soll dann auch einfach so gemacht werden. Das macht jetzt wahrscheinlich jemand anderes, nicht ich.
Das müsste so funktionieren, oder?
Gibt es Verbesserungsvorschläge? Seit 2008 funktioniert TP-Link in Wohnheim1 komplikationslos, wobei es jetzt ja nicht Cisco ist...
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