Verfasst am: Mi März 21, 2012 7:04 pm Titel: Anschluss mehrere Teilnehmer an ein Kabel möglich?
Hallo zusammen.
Ich möchte mehrere Teilnehmer (dreistellig) an ein Glasfasernetz anschließen. Dazu müssen Glasfaserkabel unter der Erde (teilweise Straße) verlegt werden.
Möglich ist auf jeden Fall, ein separates Kabel pro Teilnehmer zu verlegen. Bei Leitungslängen von bis zu wenigen Kilometern liegt dann aber auch die durchschnittliche Kabellänge in der Größenordnung bis zu ein zwei Kilometern, was selbst bei super grünstigen Angeboten erhebliche Kosten verursachen würde.
Mir stellt sich daher die Frage, ob man ein viel-Faserkaben (z.B. ein 48 Faserkabel) nutzen kann und an jedem Anschlusspunkt einfach eine oder mehrere Faser(n) aus dem Kabel abzweigen kann, immerhin kostet ein 48 Faser Kabel ein Bruchteil dessen, was z.B. 12 4-faser-Kabel kosten (und mit dieser Methode müsste ich auch nicht mehr jeden Anschlusspunkt mit vier Fasern bedienen, eine einzelne würde dann völlig ausreichen).
Alternativ habe ich schon darüber nachgedacht, z.B. die ersten paar hundert Meter ein 48-Faser-Kabel zu legen und von dort dann auf ein 24er, ein 12, und drei 4er Kaben zu splitten (plus vier einzelne Kabel für die lokalen Anschlüsse) und an den nächsten Anschlusspunkten dann das nächste 4er-Kabel aufzusplitten usw - bei 48er Kabeln am Knotenpunkt würde das aber im worst case bis zu vier zusätzliche Spleisse bedeuten (einmal von 48 auf 24, dann von 24 auf 12, dann von 12 auf 4 und schlussendlich von 4er auf Einzelkabel). Wie ernstzunehmen sind die Dämpfungsverluste, die ich mir mit dieser Strategie einhandeln würde? Vernachlässigbar?
Das Netz soll anfangs "nur" mit 100Mbit betrieben werden, es soll aber nach Möglichkeit bis 40Gbit ausbaufähig sein (zumindest für einzelne Teilnehmer), ohne an der Kabelinfrastruktur (also der Teil, der unter der Erde/Straße liegt) nochmal was ändern zu müssen.
Gruß, Bodo
CT2 Kabeltester
Anmeldungsdatum: 10.06.2011 Beiträge: 413
Verfasst am: Mi März 21, 2012 9:00 pm Titel: Re: Anschluss mehrere Teilnehmer an ein Kabel möglich?
Hallo Bodo,
bothie hat folgendes geschrieben::
(und mit dieser Methode müsste ich auch nicht mehr jeden Anschlusspunkt mit vier Fasern bedienen, eine einzelne würde dann völlig ausreichen).
[...]
Das Netz soll anfangs "nur" mit 100Mbit betrieben werden, es soll aber nach Möglichkeit bis 40Gbit ausbaufähig sein (zumindest für einzelne Teilnehmer)
Sorry, aber wenn ich so etwas lese wie "eine einzelne Faser würde dann völlig ausreichen", innerhalb von einem Satz dann noch "100 MBit ... bis 40 GBit" und dann die ständige Vermischung bzw. synonymhafte Verwendung der Worte "Kabel" und "Faser" bei einem Projekt der Größenordnung "dreistellige Anzahl an Teilnehmern an ein Glasfasernetz anschließen, wofür Glasfaserkabel unter der Erde (teilweise Straße) verlegt werden müssen", dann bin ich wirklich ziemlich sprachlos.
Mit Deinem Vorhaben beschreibst Du ja nicht nur die grundlegende Erschließung des Geländes mit Glasfaser, sondern im Prinzip auch die gesamte Bandbreite von FTTN/FTTC über FTTB bis FTTH. - Für Dein Vorhaben ist nicht nur 1000% Prozent mehr Basis- und Spezial-Know-how in diesem LWL-Bereich notwendig, sondern sicherlich auch die Erfahrung von mehreren LWL-Spezialisten, sonst bekommst Du das Projekt (vorallem bei den Kosten und dem Aufwand der bereits im Vorfeld erzeugt wird) niemals realisiert.
Schon in Deinem anderen Thread Verlegung von LWL über Dächer wurde Dir geraten, derartige Projekte doch von einem Fachmann realisieren zu lassen. - Dem schließe ich mich nach dem Lesen Deines Postings hier nicht nur an, sondern bin ferner der Meinung, dass es hier keinen Sinn macht "zu helfen", außer aufzuzeigen, aus welchen Gründen Du das Projekt lieber nicht in Personalunion realisieren solltest.
So long.
bothie Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 04.01.2011 Beiträge: 5
Verfasst am: Mi März 21, 2012 10:48 pm Titel:
Hallo CT2
1. Respekt, dass Du Dich noch an den anderen Thread erinnerst ;)
Dachverlegung ist - auch Aufgrund der Hinweise, die ich in genau jenem Thread erhalten habe - gestorben. Also tue bitte nicht so, als sei ich nicht Lernfähig oder willig.
2. Ich vermische die Begriffe "Faser" und "Kabel" keineswegs. Bitte lese Dir meinen Beitrag nochmals durch, wenn Du anderer Meinung bist. Vielleicht habe ich mich auch unklar ausgedrückt, in diesem Falle bitte ich um Entschuldigung. Zunächst sprach ich nur von Kabeln. Mir sind keine Erdkabelangebote mit weniger als vier Fasern bekannt, folglich würde jedes Haus, wenn je ein separates Kabel gelegt würde, vier Fasern erhalten. Korrekt? Wenn ich nun einzelne Fasern aus einem dickeren Kabel ausleiten kann - ich weiß nicht, ob das praktisch geht - daher meine Frage - dann brauche ich nicht mehr vier Fasern pro Haus (denn die brauche ich sowieso nicht) sondern nur eine - vielleicht - wenn man auf Nummer sicher gehen will, eine zweite als Backup. Gleiches gilt, falls das Verspleißen keine nennenswerten Nachteile hat. Dann würde ich von vielfaserkabeln im Laufe der Strecke auf immer kleinere Kabel umsteigen - wie beschrieben halt.
3. Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege: Mit einem OS2 Kabel kann man Bandbreiten von 100 Mbit (100BASE-FX) bis 40 Gbit (40GBASE-LR4 bzw. 40GBASE-ER4 - je nach Leitungslänge) realisieren. "Nur" die Transceiver/Media-Converter (und ggf Switche) müssten ausgetauscht werden. Da diese für 100 Mbit Netze deutlich billiger sind, und für die meisten Anwendungen 100 Mbit auch mehr als ausreichend ist, wäre es pure Verschwendung, in der Erstausbauphase gleich flächendeckend auf Gbit zu gehen - möchte die Option aber offen halten, wer weiß was irgendwann noch auf uns zukommt, wer hätte denn vor 20 Jahren gedacht, dass 2 Mbit DSL für Privathaushalte nicht genug ist?
4. Ich habe keineswegs vor, die Detailarbeit zu erledigen. Mir geht es nur um grobe Kostenabschätzungen und dafür muss ich unter anderem solche Fragen geklärt bekommen. Ich plane, sobald der Bau des Projekes beschlossene Sache ist - eine Ausschreibung - bei der sich dann alle LWL-Fachfirmen um Aufträge prügeln können.
5. Für's Protokoll: Die Aussage "eine einzelne Faser würde dann völlig ausreichen" und die Aussage "100 MBit ... bis 40 GBit" steht NICHT in einem Satz ;)
Fazit: Du kannst mir gerne so viele Probleme Aufzeigen, wie Du siehst. Je mehr Probleme Du mir aufzeigst, über desto weniger kann ich später stolpern. Mache das aber bitte nur dann, wenn Du auch bereit bist, mir grundsätzliche Lösungsansätze anzubieten. Denn nur "das schaffst Du eh nicht" bringt mich nicht weiter.
Dann käre ich dich nun erstmal darüber auf, dass für eine Verbindung (egal wie schnell) mindestens 2 Fasern benötigt werden. Wenn man ein Backup haben möchte, braucht man 4. Womit man bei der Menge ist, die auch als kleinstes für Erdverlegung angeboten wird. Ein Schelm wer es für Zufall hält
LG Joe _________________ Erwarte nicht das jemand mehr Arbeit in des Beantworten einer Frage investiert, als du für das Ausdenken und Formulieren der Frage verwendet hast...
expert007 Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 24.08.2010 Beiträge: 209
Verfasst am: Do März 22, 2012 12:22 am Titel:
40 Gig ist eine ist eine reine Theorie für Haushalt. Würde vorschlagen dass man mit evtl. max. 10Gig plant.
Die 1Gig optischen Komponenten(SFPs und fixe Optik) sind mittlerweile günstiger als 100Mbit. (Zumindest in der Masse)
@Joe: 1 Faser für Übertragungskanal (BIDI) ist im FTTH Bereich üblich.
@bothie: Trotzdem sollte man mindesten 4 Fasern pro Haushalt vorsehen, 2 bestückt und 2 Reserve.
Die Wahl des Kabels muss man an Hand der Struktur (Dichte) der Anschlüsse wählen. Je dichter die Punkte zu einander desto mehr spricht für eine zentrale Muffe mit Spleißen. Wenn es nur vereinzelte Häuser sind im Abstand von einigen 100 Metern dann gibt es ein spezialles Kabel mit Bündeladerkonstruktion, dessen Bündel du jeweils „anzapfen“ kannst, ohne Überlängen und Schachten zu haben.
Die Planung dieses Projekts ist meiner Meinung nach nichts fürs Forum. Denn du brauchst realistische Preise und komplett Lösungen (mit auf einander abgestimmten Produkten)
Für die Kabelanfrage empfehle eher "eine" lange Kabellänge anzufragen als 100 je 400 Meter. Erfahrungsgemäss lohnt sich die Aufteilung in unterschiedliche Kabeltypen nicht, um ein Paar Fasern zu sparen. Ausserdem sollte man bei Wahl des Kabel darauf achten dass man Standard Typen wie 2/4/8/12x12 verwenden und nicht anfängt eigene Aufteilungen wie 12x2 oder 16x4(BündelxFasern) zu erfinden. So etwas kostet nur unnötig Geld und lange Lieferzeiten.
Mfg
Patchi Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 13.06.2010 Beiträge: 132
Verfasst am: Do März 22, 2012 2:42 am Titel:
Zum Verbinden bzw. Abzweigen von LWL-Kabeln im Outdoor-Bereich
gibt es sowas:
Man kann damit z.Bsp. die 48 Fasern des Zuleitungskabels auf kleinere Kabel aufteilen.
NurSoMal Schrankhinsteller
Anmeldungsdatum: 08.02.2006 Beiträge: 166
Verfasst am: Do März 22, 2012 2:03 pm Titel:
Hallo
als Idee: Blow Fiber
- Verlegen von Leerrohren mit Abzweiger und nachträgliches Einblasen von Fasern.
Grüsse
bothie Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 04.01.2011 Beiträge: 5
Verfasst am: Do März 22, 2012 3:22 pm Titel:
Hallo nochmal.
@expert007 (und auch @Patchi): Danke für den Hinweis mit der Muffe. An die Variante hatte ich so direkt gar nicht gedacht, das vereinfacht die ganze Sache natürlich.
Ich habe mich bei einem lokalen Bauunternehmer erkundigt, wie teuer das auf- und wieder zumachen einer Straße zwecks verlegen eines Kabels kostet - er sagt, ich solle mit 85€/m rechnen. Wenn ich jetzt die Kabel, Muffen und Arbeitszeit für das Spleißen dazu rechne, und davon ausgehe, dass so ca alle 20 Meter ein Haus steht, das angeschlossen werden muss (oder für das der Anschluss zumindest vorgesehen werden muss) - das macht dann von der Muffe aus einee durchschnittliche Kabellänge von rund 250m für die 4er zu den Häusern - das Kabel zur Muffe wird nur ein mal gebraucht und schägt mit unter 2 bis vielleicht 5 Euro pro Meter je nach Angebot zu Buche und das Verlegen ist in den 85€ bereits enthalten, komme ich dann mit rund 100 Euro pro Meter hin? Oder ist es deutlich teurer oder vielleicht sogar deutlich billiger? Grobe Schätzung bitte, dies ist keine Ausschreibung ;)
@NurSoMal: Über das Verlegen von Leerrohen habe ich auch schon nachgedacht. Das mache ich aber nur, wenn es nicht wesentlich teurer wird als Direktverlegung und auch nicht andere essentielle Nachteile mit sich bringt. Das ist aber wirklich etwas, was ich in der Detailplanung mit einem Experten gemeinsam entscheiden werde, denn in einem Punkte stimme ich mit expert007 völlig überein: Die konkrete Planung is nichts für ein Forum ;)
Gruß, Bodo
timsta Switchaufsteller
Anmeldungsdatum: 11.07.2007 Beiträge: 536
Verfasst am: Fr März 23, 2012 12:38 pm Titel:
Hast du auch mal die Genehmigungen mit einkalkuliert ?
Das dauert erstens EWIG und zweitens kann das u.u. auch sehr teuer werden. 85 EUR / m erscheint mir ein wenig billig. Achte da auch drauf was du für Auflagen von der Stadt / Land / Gemeinde bekommst. Die versuchen gerne auf Kosten anderer die Gewege zu sanieren. Getreu dem Motto : Altes Raus und als Auflage neues Plaster wieder rein. _________________ www.timsta.net LAN Party Eventmanagement. Strom, Netzwerk, Catering und Internetzugang alles aus einer Hand.
Metropolist Strippenzieher
Anmeldungsdatum: 04.01.2011 Beiträge: 4
Verfasst am: Fr März 23, 2012 10:12 pm Titel:
Moin Bodo,
evtl. solltest Du, BEVOR Du Dein Kabelnetz planst, Dich erstmal schlau machen, welche TECHNIK Du einsetzen willst.
Es gibt nämlich durchaus die Möglichkeit, jeden Anschluß mit nur einer Faser zu realisieren! (macht z.B. mein Provider hier so!) und dann, wenn Du genau weißt, welche Technik für Dich in Frage kommt, erst das Leitungsnetz planen...
Hier wurde damals ein Hybridkabel in jedes Haus gelegt. 8 Fasern Monomode und 4 DA Kupfer.
Inzwischen spleißen sie am KVZ für jeden Anschluß nur noch eine Faser.
Damit werden hier aktuell Anschlüsse mit 100 MBit down und 30 MBit up realisiert.
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