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Cat 7 nachträglich im Fertighaus - Bericht, Fotos Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter  
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Autor Nachricht
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: So Jul 15, 2012 11:47 am    Titel: Cat 7 nachträglich im Fertighaus - Bericht, Fotos

Cat 7 nachträglich im Fertighaus - Bericht, Fotos

Ausgangslage ist bei mir ein Kurth Fertighaus BJ ca. 1965 mit Keller, EG, OG und DG, Holzständerwände mit Rigips-Platten verkleidet und mit Bimsbeton gestampft gefüllt, Wände im OG sind nur 8cm dick.

Es sollten nachträglich Cat 7 Kabel in die Zimmer verlegt werden, dazu Koax da Koax bisher nicht für SAT ausgelegt war (durchgeschliffen von Zimmer zu Zimmer) und die Koax Kabel sehr alt sind und und unschön verlegt waren. WLAN war mir zu langsam und unter Last sind oft die WLAN Router abgestürzt, da ich IP Kameras und NAS, Video streaming uvm plane, musste etwas gemacht werden.


Nun hatte ich vorher schon viel gelesen und fragte den Elektriker auch gleich nach Leerrohren, da fehlte mir noch das Verständnis für die Bauweise der Wände in meinem geerbten Haus, erst jetzt verstehe ich warum, es geht wirklicht nicht, ich weiss jetzt auch warum bisher alle TV Dosen und Kabel, zusätzliche Stromkabel unansehnlich auf den Wänden lagen.

Er meinte das sei unmöglich Leerrohre zu verlegen, aber er könne mit viel Aufwand die Dosen unterputz einsetzen und die Kabel verlegen indem er die Rigipsplatten aufsägt. Gesagt getan. Dabei kam kiloweise Bimsbeton herausgerieselt und eine Rigipsplatte hat sich etwas in den Raum geschoben, so dass ich dann schnell nach Alternativen zum weiteren horizontalen aufsägen der Rigipsplatten gesucht habe und schliesslich 2cm dicke Sockelleisten zur Elektroinstallation gefunden habe die ca 6-8 Kabel in einem Plastik Montageprofil aufnehmen auf das dann die furnierte Sockelleiste aufgesteckt wird! Trotzdem war es alles sehr schwierig und ich habe viele Arbeitsstunden bezahlt, Deckendurchbrüche, viel Bohren, aufstämmen, Dreck, Krach, Beschädigungen (Deckendurchbruch kam an vertäfelter Decke des falschen Zimmers heraus).


Insgesamt 6 Zimmer und ich hab nur das allermindeste verlegt, das es so wer ist Platz für die Kabel zu machen.

DG 2 x Cat7 Dachboden
OG 2 x Cat7 Zimmer 1
+ 2 x Cat7 Zimmer 2
+ 4 x Cat7 Haupt-Schlafzimmer

Diese 10 Cat 7 Kabel plus 4 Koax Kabel laufen alle durchs Haupt-Schlafzimmer. Dort ist nun sehr teurer neuer Teppichboden verlegt und die Wände so gut es ging wieder zugegipst und gestrichen. Malerkosten an die 1000 Euro, Teppichboden etwas über 1000 Euro. Den Maler hatte ich schon bestellt da ich auch nicht wusste das die Elektroarbeiten so langwierig sind.

EG 4 x Cat7 Arbeitszimmer
+4 x Cat7 Wohnzimmer

und je 2 x Koax


Zum jetzigen Zeitpunkt ist nach 2 Wochen noch nicht alles fertig, es müssen noch mehr Kabel im DG, EG verlegt und angeschlossen werden, Dosen eingebaut, und alles unten am Patchpanel angelegt werden.

Ich habe allerdings riesige Angst dass beim Anlegen und später beim Testen irgendein Kabel nicht in Ordnung ist, dann kann es nicht mehr ausgewechselt werden und es kann kein weiters mehr hinzu kommen.
Ein Kabel wurde bereits zu kurz gelegt und musste im Keller verlängert werden, ich habe auch den Eindruck dass in einigen Dosen die Schirmung nicht mehr um die Adernpaare liegt, als ich zugeschaut hatte. Der Elektriker weiss aber dass es so sein muss.
Eine weite Dose passt nicht richtig, da kommt morgen auch noch eine Überraschung wie das behoben werden soll.

Folgendes Material habe ich bestellt und verwenden lassen:

    Ligawo Verlegekabel Cat.7 100m 1200MHz S-FTP PIMF FRNC LSOH
    Ligawo UPEK Netzwerkdose Cat.6a 500MHz Unterputz oben/ unten Dose Cat6a
    Ligawo Patchpanel Panel Cat.6a 24-Port 500MHz 10GBit geschirmt schwarz
    TP-Link JetStream™ 24-Port Gigabit L2 Managed PoE Switch with 4 Combo SFP Slots TL-SG3424P
    Netzwerk-Wandschrank magnoni PKM 500 - 19"-Wandgehäuse Reinweiss
    Koax Kabel vom Elektriker
    Wisi Multischlater DY08 Multiswich 9/8 incl. NT



Hier nun einige Fotos:


Der Netzwerkschrank im Keller


Die Gipskarton-Platten aufgesägt und Bimsbeton entfernt, was man dahinter sieht ist bereits die 8mm starke Gipskartonplatte der Wand des Nebenzimmers!


aufgeschlitzte Wand im Schlafzimmer oben, hier verlaufen alle Kabel in das OG und DG


Kabel sind in den Dosen, unten liegen sie dann hinter dem Sockelleisten


Die nicht passende Cat6a Dose, dort ist kaum Kabellänge vorhanden, wenn da was nicht richtig angelegt ist muss ich wieder Wände aufreissen und neu renovieren. Da die Dose nicht passt will der Elektriker morgen die se Dose abmachen und solche RJ45 Module statt der Dose in einbauen, dazu muss er aber doch die Adern wieder abmachen, es ist aber so gut wie keine Länge mehr vorhanden, ausser man bekommt die Adern wieder aus dem Klemmen der Dose heil raus, geht das denn?
Joe
Mainframeeinrichter


Anmeldungsdatum: 02.01.2006
Beiträge: 1522
Wohnort: Rinteln

BeitragVerfasst am: So Jul 15, 2012 1:14 pm    Titel:

Also mal ne Frage:
Wieso hast du nicht von den Dosen bis an die Fußleisten ein Leerrohr gelegt. So wie es ausschaut, hättest du doch massig Platz in der Wand gehabt, und ein austauschen der Kabel wäre auch einfacher von statten gegangen. Außerdem gibt es auch Sockelleisten, die gleich passende Dosen bieten, so das außer durchbrüchen gar keine weiteren arbeiten nötig sind.
Nebenbei:
Ja man kann Kabel von den Schneidklemmen nehmen und neu wieder auflegen. Allerdings ist das nicht gerade sonderlich schön...

LG Joe
_________________
Erwarte nicht das jemand mehr Arbeit in des Beantworten einer Frage investiert, als du für das Ausdenken und Formulieren der Frage verwendet hast...
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: So Jul 15, 2012 2:15 pm    Titel:

Naja, ich hätte wie gesagt gern Leerrohre gehabt wo es geht, aber der Elektriker meinte immer es geht nicht. Vielleicht wäre es auf solchen kleinen Stücken wie von Dose zu Fußleiste noch gegangen, das würde bei den Dosen im OG und DG auch nicht viel helfen nur von den Dosen zur Sockelleiste Leerrohre zu haben, denn spätestens beim Durchbruch durch die Wände und Decken war es so kompliziert, da ging das nicht, ich kann es schlecht erklären, es ging nie gerade durch oder herunter, sondern schräg, dann waren Holzbalken im Weg, usw. An irgendwelchen Stellen sind also die Kabel immer eingegipst einfach damit es passt und es war schon eng genug, sonst hätte ich auch noch mehr Kabel genommen, um z.B. im OG Schlafzimmer auch mal für einen twin-Sat tuner ausgerüstet zu sein, ich war um jedes Kabel froh das passte. Ich hatte mir das auch viel einfacher vorgestellt! Auf der Strecke die man auf dem Foto sieht, wo die Wand aufgeschlitzt ist, dort liegen sie alle parallel nebeneinander geklebt, weil ein Bündel zu dick gewesen wäre. Leide hat mein Sohn diese Fotos von meinem Telefon gelöscht, da hatte ich auch die Biegeradien mal fotografiert.

Ich habe jetzt mal die Dosen die schon aufgelegt sind aufgemacht um nachzuschauen wie es gemacht wurde, bei einem Kabel fehlt der Schirm komplett, was kann man da machen, Alufolie drauflegen oder so lassen oder ? Hier noch einige Fotos:


Fertige Wand im Schlafzimmer mit Fußleisten, aufgeschlitzte Wand wieder zu


Dose 2 Schlafzimmer


Dose 1 Schlafzimmer


Durchbruch 2 Keller/EG
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: So Jul 15, 2012 2:22 pm    Titel:

Ich erinnere mich nun auch warum das mit Leerrohren selbst von Fußleiste bis Dose nicht ging: Man konnte den Weg nicht frei bekommen, diese Bimsbeton-Kruemel sind immer von oben nachgerutscht und herausgerieselt, bei jeder Bewegung kam mehr, er konnte kaum die Kabel hinein bekommen, es kam kiloweise raus er bekam schon eine Krise. Da ist eh schon die halbe Wand hohl jetzt.
Hanswurst123
Schrankhinsteller


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 152

BeitragVerfasst am: So Jul 15, 2012 5:07 pm    Titel:

Hallo Kurth,

zwei Dinge schnell von mir:

1. Der senkrechte Leitungschlitz fast mittig im Raum ist schon etwas "deplaziert" - zumindest das muss ein Elektriker besser wissen, können!
2. Warum dem Vogel nicht sagen "Kamerad - das ist unfachgerechte Ausführung, bitte überarbeiten.

Viel Erfolg.

Gruß
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: So Jul 15, 2012 7:50 pm    Titel:

Hanswurst123 hat folgendes geschrieben::
Hallo Kurth,

zwei Dinge schnell von mir:

1. Der senkrechte Leitungschlitz fast mittig im Raum ist schon etwas "deplaziert" - zumindest das muss ein Elektriker besser wissen, können!
2. Warum dem Vogel nicht sagen "Kamerad - das ist unfachgerechte Ausführung, bitte überarbeiten.

Viel Erfolg.

Gruß


Der senkrechte Schlitz ist dort wo er ist, weil dort unten an der Wand die Kabel alle einmal durch die Wand in den Flur gehen wo sie genau in der Ecke hoch durch einen Durchbruch vom Arbeitszimmer im EG kommen und in der selben Ecke unten im Arbeitszimmer durch einen weiteren Durchbruch nach unten in den Versorgerraum im Keller weiterlaufen.

Von der Stelle wo der Schlitz ist gehen sehr viele Kabel einmal nach links-oben weiter ins Nebenzimmer und von dort hoch ins DG, und noch einmal ganz viele nach Rechts, die die im Schlafzimmer selber und im angrenzenden Kinderzimmer verwendet werden.
Das ist schon die einzige Stelle wo dieser Schlitz gemacht werden konnte, weiter links sind Stromleitungen und Steckdosen, dann kommt schon die Tür.

Ich habe dem "Vogel" schon mehrmals gesagt wie es sein muss (es kostete mich einige Tage Überredung und Überzeugungsarbeit darauf zu bestehen dass ich pro Dose 8 Adern angelegt haben will, er bestand Anfangs darauf nur 4 anlegen zu wollen, also pro Doppeldose nur ein CAT 7 Kabel weil die anderen nicht genutzt werden!) , und ich mache viele freundliche Kommentare und versuche so gut es geht über die Schulter zu schauen, jedoch will ich ihn auch nicht verärgern ...

Er muss doch wenn er die Kabel am Patch panel angelegt hat mal alle Kabel prüfen, jedenfalls werde ich das verlangen. Da kommen dann ggf. noch Überraschungen ...
Was genau darf ich denn da von einem offiziellen Elektriker verlangen, ich las heute hier im Forum von sogenannten Messprotokollen, soll ich sowas verlangen?
Sollte ich verlangen dass er ein Test-Gerät verwendet welches auch die Schirmung messen kann?
Hanswurst123
Schrankhinsteller


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 152

BeitragVerfasst am: Mo Jul 16, 2012 7:13 am    Titel:

Moin Kurth,

fragt sich - was wurde vereinbart, wie ist der Auftrag spezifiziert?


Alles, was nicht schriftlich fixiert ist, lässt Raum für die "persönliche Note" zu.


Also:

1. Du bist der AG, demzufolge wird das gemacht, was DU(!) willst
1a: Sofern technisch und baulich machbar
1b: evtl. mit Nachtrag/ Mehraufwand/ Mehrkosten

2. Du befindest Dich nicht in einer Diskussionsrunde, demzufolge besteht auch kein Erklärungsbedarf für Dich.

Freundlich aber bestimmt sagen, was Du möchtest - wieso, weshalb, warum ist irrelevant.

3. "Den Elektriker nicht verärgern..."

Ich denke, dass ist nicht Dein primärer Wunsch.

Du bezahlst für eine Dienstleistug und erwartest eine fachgerechte Ausführung.

Sofern es Mängel gibt, werden diese sachlich angesprochen.

Sollte das den Elektriker verärgern, ist dem halt so - besser, als wenn er zufrieden über den entspannten Arbeitsablauf ist und Du verärgert über die schlampige Ausführung, an die Du mitunter täglich erinnert wirst.

4. Ja, der Schirm wird mitgemessen. Ja, solltest Dir Messprotokolle aushändigen lassen.


Gruß

Edit:

Ich habe dem "Vogel" schon mehrmals gesagt wie es sein muss (es kostete mich einige Tage Überredung und Überzeugungsarbeit darauf zu bestehen dass ich pro Dose 8 Adern angelegt haben will, er bestand Anfangs darauf nur 4 anlegen zu wollen, also pro Doppeldose nur ein CAT 7 Kabel weil die anderen nicht genutzt werden!)




Sowas führt zwangsläufig zum Autoritätsverlust und verwässert die Grenzen zwischen AN und AG.
Joe
Mainframeeinrichter


Anmeldungsdatum: 02.01.2006
Beiträge: 1522
Wohnort: Rinteln

BeitragVerfasst am: Mo Jul 16, 2012 7:33 am    Titel:

Hallo,

also spätestens bei der Aussage von ihm, nur nur 4 Adern auflegen zu wollen, hätte ich die Aktion abgebrochen und mir einen anderen gesucht. Denn mit 4 Adern ist nur 10/100MBit möglich. Das ist weder Zeitgemäß noch Sinnhaft und wenn sich so eine Person Fachmann schimpft, sollte man eben wirklich überlegen, ob man ein Unternehmen beauftragt, die etwas professionelleres Wissen mitbringen.

LG Joe
_________________
Erwarte nicht das jemand mehr Arbeit in des Beantworten einer Frage investiert, als du für das Ausdenken und Formulieren der Frage verwendet hast...
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: Mo Jul 16, 2012 9:02 am    Titel:

Hanswurst123 hat folgendes geschrieben::
Moin Kurth,

fragt sich - was wurde vereinbart, wie ist der Auftrag spezifiziert?

Alles, was nicht schriftlich fixiert ist, lässt Raum für die "persönliche Note" zu.


Es gibt keinen schriftlichen Auftrag und genau spezifizieren konnte ich auch zu Beginn noch nichts da mir die Details der Materie auch etwas neu waren und ich mir etwas Fachwissen und Beratung erhoffte. Es handelt sich bei dem Projekt ja um einen Privathaushalt. Wenn man das alles dann noch mit Renovierung der Zimmer, Malern, Tischlern, etc koordinieren muss ist die Zeit knapp.

Ich habe mir also erst im Laufe der Aktion Schritt für Schritt das Wissen anlesen können.

Ich hatte zu Anfang noch einen anderen Elektriker befragt, die Beratung war aber in Hinsicht auf die Verkabelung nicht so gut, ich hätte dabei jetzt keine sternförmig ausgelegte Koax Verkabelung bekommen, darauf wurde ich nicht hingewiesen dass ich dann schlechter auf Sat umsteigen kann.
Der jetzige Elektriker kennt das Haus besser und hat dort in der Vergangenheit sich eben auch schon immer um die Elektroinstallation gekümmert.

Ich muss jetzt nochmal genaue Vorgaben geben.

Auf die Abschirmung besser achten, Messprotokoll, was genau muss ich da verlangen wenn ich Cat 7 1200 MHz Kabel habe, habe aber Cat.6a 500MHz Dosen, dann muss wohl das Messprotokoll nach Cat 6a gemacht werden?

Ich weise ihn dann zusätzlich darauf hin dass die Verkabelung so gut sein muss, dass ich später wenn es Cat 7 Dosen gibt, ich die aufrüsten will, und das Patch Panel auch, dass alles für 10G.


So, habe mit dem Elektriker nochmal geprochen:

Er hat leider kein Messgerät welches so ein Messprotokoll erstellen kann, nur ein normales, ich denke mal um die Konnektivität zu testen dass keine Adern vertauscht sind.
Vielleicht kann ich ein gutes irgendwo ausleihen. Welche Modelle können so ein Protokoll erstellen?
Hanswurst123
Schrankhinsteller


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 152

BeitragVerfasst am: Mo Jul 16, 2012 7:42 pm    Titel:

Hi Kurth,

möglich dass Dir niemand ein Gerät leiht.

Versuchen kannst Du es bei einer Netzwerkfachfirma oder bei einem Großhändler.

Der Elektriker sollte da größere Aussicht auf Erfolg (Leihgabe) haben.

Optional eine Fachfirma mit den Messungen beauftragen (dürfte einfacher sein als eines geliehen zu bekommen), die werden Dir aber den "Kopf waschen", wenn die Messungen Fehler zeigen.

Bei Deinem Engagement vermute ich, dass Du die Anschlüsse sauberer realisiert bekommst, als der Elektriker.

Ist ja auch alles eine Frage des Geldes.

Wie also raus aus der "Misere"?

Ich rede mal als Praktiker und zähle Optionen aus...

1. Anschlußarbeiten und Messungen neu vergeben. Fehlerhafte Installationen beheben lassen, Notfalls Rechnung vom Elektriker kürzen

2. Alles selbst anschließen (Hilfe findest Du hier sicherlich).

2.1. Messgerät leihen oder die Messungen beauftragen

3. Nun wirklich rein praktisch...

a)Sichtkontrolle aller Anschlüsse und verlegter Kabel.

b)Wenn das sauber ausschaut, mit einem 20€ "Netzwerkpiepser" die Belegung auf Richtigkeit prüfen.

Wenn Du a) und b) sauber abnicken kannst, SOLLTE das Netz i.O. sein.

Sollte es später Probleme geben, kann es nur an den Anschlüssen oder Komponenten liegen, zu denen Du jederzeit Zugang hast ( Fehler an den Leitungen, Verlegefehler u.ä. musst Du natürlich definitiv ausschließen können).

Wohlgemerkt - das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

Das Netz wird funktionieren, mögliche Störungen sollten überschaubar und reversibel sein.

Wäre - aus meiner Sicht - die Option, die günstig ist und den Elektriker nicht zu sehr verärgert...sofern das immer noch Dein Wunsch ist...

Gruß
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: Mo Jul 16, 2012 10:53 pm    Titel:

Ich hätte natürlich schon Lust die restlichen Dosen selber aufzulegen, hatte mir auch gleich ein LSA Auflegewerkzeug, Abisolierwerkzeug und billig-Kabeltester mitbestellt.

Weshalb ich den Elektriker hauptsächlich engagieren musste, waren die Deckendurchbrüche, Schlagbohrmaschine, usw.
(Diese Arbeiten sind aber auch noch nicht fertig, er muss also eh nochmal wiederkommen, wird dann sicherlich auch weiter auflegen.)

Er hat natürlich sowas alles schon oft gemacht, und ich habe schon Panik jetzt bei dem Kabel welches eh schon zu kurz geraten ist ohne Routine / Erfahrung, halb in der Unterputzdose da was dran zu fummeln. Einmal zu starker Druck beim abisolieren, aus die Maus.
Allerdings habe ich genau so große Panik wenn er es macht, lol.

In einigen Zimmern sind vorerst nur Aufputz-Dosen und bei denen und auch beim Patch panel kann ich ja zur Not später neu auflegen wenn es mir nicht gut genug ist, da ist ja dann die Kabellänge noch vorhanden.

Ich traue mir da als Frau aber auch etwas mehr Feingefühl und Geduld zu und besonders ohne Zeitdruck und da es um mein eigenes Netzwerk geht, habe ich eine höhere Motivation es ordentlich zu machen.

Ich habe da glaube ich kulturell bedingt in dieser Situation großen Respekt vor dem Alter, vor dem 'Meister' und will auch nicht dass er sich übergangen fühlt. Abgesehen davon wenn ich nun selber beginne was zu machen, und hinterher stimmt die Messung nicht, dann werde ich keine Korrekturen mehr verlangen können.


Wie schlimm findet ihr denn die Fotos von den aufgelegten Dosen, darf ich da schon mit performance Einbussen rechnen?
CT2
Kabeltester


Anmeldungsdatum: 10.06.2011
Beiträge: 413

BeitragVerfasst am: Di Jul 17, 2012 1:08 am    Titel: Re: Cat 7 nachträglich im Fertighaus - Bericht, Fotos

Hallo,


kurth hat folgendes geschrieben::
Ich hätte natürlich schon Lust die restlichen Dosen selber aufzulegen, hatte mir auch gleich ein LSA Auflegewerkzeug, Abisolierwerkzeug und billig-Kabeltester mitbestellt.?

Wenn Du das machen möchtest, dann benötigst Du in etwa dieses Werkzeug hier (beispielhaft):
- LSA Anlegewerkzeug, Standard (nur für LSA-Anlegetechnik)
- Drahtschneidezange (nur für IDC-Klemme)
- Twisted Pair Abisoliergerät
- Hobbes Netzwerkkabeltester LANtest


kurth hat folgendes geschrieben::
Ich traue mir da als Frau aber auch etwas mehr Feingefühl und Geduld zu und besonders ohne Zeitdruck und da es um mein eigenes Netzwerk geht, habe ich eine höhere Motivation es ordentlich zu machen.?

Dass Du eine Frau bist, ist eine interessante Information ... das hätte ich aus dem bisherigen Threadverlauf so nicht erwartet. Respekt! - Abgesehen davon realisiert man (sowohl Frau als auch Mann) es bei sich zu Hause in der Regel immer etwas "ordentlicher" (wenn man es handwerklich und technisch kann), als ein externer Handwerker das tun würde, da ist klar.


kurth hat folgendes geschrieben::
Wie schlimm findet ihr denn die Fotos von den aufgelegten Dosen, darf ich da schon mit performance Einbussen rechnen?

"Dose 2 Schlafzimmer" ist in der Tat nicht so toll, vorallem aber wegen der fehlenden Schirmung an der unteren Leiste. Optisch sieht "Dose 1 Schlafzimmer" eigentlich ganz okay aus. Da habe ich schon schlimmeres gesehen, aber "noch besser machen" kann man es ja eigentlich immer. - Dennoch ist so etwas aus der Ferne immer schwer zu beurteilen, da es eine Reihe weiterer Aspekte gibt, die in die Signalqualität einfließen, wie Länge der Strecke, wieviele Biegungen gibt es und in welchem Biegeradius, wieviele Knicke in der Kabelstrecke, wie stark wurde das Kabel beim Einziehen "belastet", wieviele Stromkabel sind wie nah und über welche Streckendistanz velaufen diese parallel, wie wurde am Patchpanel aufgelegt, etc.

D. h., um hier eine belastbare Aussage treffen zu können, muss man jede Strecke eben einzeln messen. - Aber hier kann ich mich den Aussagen von Hanswurst123 nur anschließen: Funktionieren tun die meisten Strecken irgendwie immer, nur wie gut, und nach welchem Standard dann, das ist die Frage. Auf der anderen Seite muss man in einem Privathaus nicht wirklich nach einem 10 Gigabit-Ethernet-Standard zertifizieren, oder? Aber aufgrund des hochwertigen Materials wirst Du auch bei suboptimaler Realisierung nahe an Gigabit-Ethernet rankommen, was IMHO derzeit mehr als ausreichend sein sollte.


Schau Dir doch mal die folgenden Artikeln von Glasfaserinfo.de an ... hier ist das "Ideal" ganz gut dargestellt:
- Heimnetzwerk - Planung und Aufbau
- Netzwerkverkabelung - Auswahl der Materialien
- Die Installation - Netzwerkkabel vorbereiten
- Die Installation - Netzwerkkabel auflegen (mit dem LSA-Anlegewerkzeug)

Falls Du diesen Link noch nicht kennst ... Technische Infrastruktur für ein eigenes Haus


Gruß.
kurth
Strippenzieher


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: Di Jul 24, 2012 3:35 pm    Titel:

Update:

Nachdem ich gewünscht hatte dass die Folienschirme bis zur Klemme mitgeführt werden sollen, sieht das Patchpanel heute nun so aus (s.u.). Mein Elektriker ist der festen Überzeugung es macht keinerlei Unterschied. Das Patchpanel selbst sei ausreichend geschirmt.

Kann mir mal jemand stichhaltige, technische Argumente nennen warum die Folienschirme bis zur Klemme mitgeführt werden müssen und welche Auswirkungen es genau hat wenn es nicht gemacht wird?


tikay.event
Mainframeeinrichter


Anmeldungsdatum: 04.03.2006
Beiträge: 6089
Wohnort: Herne-Bay, UK

BeitragVerfasst am: Di Jul 24, 2012 9:24 pm    Titel:

Hat er den Geflechtsschirm bis zur Klemme gezogen und druntergelegt? Wenn ja reicht das, das Schirmgeflecht kontaktiert die Schirmfolie.
Hanswurst123
Schrankhinsteller


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 152

BeitragVerfasst am: Di Jul 24, 2012 10:55 pm    Titel:

Hallo Kurth,

wenn ich es rechte erkenne, ist die Folienschirmung mal bis zum Anschlußpunkt geführt und mal nicht?

Wenn dem so ist, stellt sich die Frage: Wenn das doch so unwichtig ist, warum hat er es mal so, mal so gemacht?

Nun zu Deiner Frage:

Mit seiner Aussage steht der Elektriker im Gegensatz zu hunderten von Experten, dutzenden von Montageanleitungen.

Der Gute hat sich doch nun allein durch seine Arbeiten bislang mehr als disqualifiziert.

Wobei man ihm eines lassen muss: Bei dem Ausprüfen des Netzes mit einem Belegungstester macht das wirklich keinen Unterschied.

Anschlußbeschreibung:

http://www.rutenbeck.de/downloads/Printmedien/Datentechnik/DT_Kompakt-Universal-Anschlussdose_2012.pdf


Auszug

In der Vergangenheit haben viele Elektroinstallateure die nötige Sorgfalt beim Verlegen von CAT6- und CAT7-Kabel missen lassen. Darauf angesprochen wurde meist nur milde gelächelt und abgewunken. Natürlich, auf einem schlecht behandelten CAT7-Kabel ist Fast-Ethernet mit 100 MBit/s auch kein Problem. Doch wer lässt CAT7-Kabel verlegen, um es nur für Fast-Ethernet zu nutzen? Was ist, wenn jemand 10GBase-T auf CAT7 nutzen will? Abwegig ist das nicht. Zwar werden mit 10GBase-T kaum Arbeitsplatzrechner ans Netzwerk angebunden. Doch lässt sich mit 10GBase-T eine schnelle Netzwerk-Infrastruktur aufbauen, die ganz ohne Glasfaserkabel auskommt.
Der Elektroinstallateur muss dringend davon Abstand nehmen CAT6- und CAT7-Kabel mal geschwind "reinzuklatschen". Das zeugt von geringer Kenntnis und ist Pfusch.


http://www.elektronik-kompendium.de/sites/net/0603191.htm


http://www.easylan.de/info-center/montageanleitungen/patchpanel-19-24-fach.html

http://www.setec.li/cu-tech/PDF/Anschluss-Cat5e/SeFive_IA_TO_V14.pdf


Abschließend:

Ich kennen einige Firmen, die die Folie sehr knapp abschneiden - deren Netze sind noch Jahre später ohne Störung aktiv.

Probleme sollte Dir das keine bereiten.

Fakt ist schlichtweg: der "gemeine" Elektriker hat weder die Erfahrung noch die Ausbildung (Ausnahmen bestätigen die Regel) ein wirklich sauberes Netz zu bauen.

Gruß,

Hans
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